Impressum Zur Übersicht EINZELBERICHTE         Zur Homepage der Gesellschaft ... 25.05.2009







Grußbotschaft aus Jekaterinburg





Im November 2008 besuchte eine kleine Delegation aus Jekaterinburg die Stadtverwaltung Heidenau, die seit Jahren zu den Föderern der Gesellschaft zur Hilfe für Kriegsveteranen in Russland gehört.
Jetzt kam anlässlich des Gedenktages an die Opfer des Nationalsozialismus die folgende Grußbotschaft aus Jekaterinburg.

Auf dem Foto (vlnr): Vera Tomilowa, Julia Sykrjanowa und Bürgermeister Michael Jacobs.


Liebe Freunde in Heidenau, liebe Partner und Unterstützer!

Anlässlich des Gedenktages an die Opfer des Nationalsozialismus in Deutschland möchten wir Ihnen unsere Grußbotschaft schicken.
Wir erinnern daran, dass im November vorigen Jahres auf Einladung der Dresdner Gesellschaft zur Hilfe für Kriegsveteranen in Russland e. V. und ihrer Vorsitzenden, Frau Dr. Hannelore Danders, eine Delegation aus Jekaterinburg zu Ihnen nach Sachsen kam.
Als Projektleiterin in Sachsen gewann ich gemeinsam mit unserer Koordinatorin für Jugendarbeit, Julia Sykrjanowa, Erfahrungen für die Realisierung eines Projektes. Dankenswerterweise wird dieses Projekt von den Stiftungen Erinnerung, Verantwortung und Zukunft sowie West-Östliche Begegnungen in Berlin finanziell unterstützt. Mit dem Projekt helfen wir etwa hundert bedürftigen Veteranen, Witwen und NS-Opfern des Zweiten Weltkrieges. Vor allem durch Hausbesuche wollen wir ihnen ein erträgliches Leben trotz ihrer Leiden ermöglichen. In dem Projekt arbeiten 5 Krankenschwestern und Sozialarbeiter sowie Studenten. Eine soziale Kraft organisiert preisgünstige Theaterbesuche und begleitet die noch gehfähigen Senioren zum Ort der Veranstaltung. Aus den Mitteln des Fonds EVZ werden Sanitätsmaterialien, Medikamente bzw. Vitaminpräparate gekauft, die sich dieser Personenkreis sonst nicht leisten kann. Manche Sendung mit notwendigen Gütern erhalten wir auch aus Heidenau. Wir alle sind froh, dass dieses deutsch-russische Projekt zu Stande gekommen ist und in schwerer Zeit ein Zeichen setzt. Es dient auch dem Erhalt menschlicher Werte und der Verbindung der Generationen miteinander.

Von unserem Arbeitsbesuch in Sachsen haben wir für unser Projekt viel profitiert. Uns beeindruckte das Engagement der in Sozialstationen tätigen Menschen, die Hilfsbereitschaft aller uns gegenüber, das hohe Niveau ehrenamtlicher Tätigkeit zum Wohle Kranker und Schwacher. Der Besuch im Haus des Betreuten Wohnens der "Johanniter" beeindruckte uns sehr.
Wir waren auch in den Gedenkstätten für NS-Opfer in Pirna-Sonnenstein und in Zeithain, wo etwa 30000 sowjetische Kriegsgefangene starben und im Massengrab die letzte Ruhe fanden. In Zeithain trafen wir mit Anna Antonowa zusammen, der 85-jährigen Tochter eines 1942 dort verstorbenen Häftlings. Sie brachte über eine Bahnfahrt von über 3000 km Entfernung die Heimaterde aus Jekaterinburg für das Vatergrab und konnte erstmalig dessen Akte und sein Foto sehen.
Ein russisches Sprichwort sagt: Die Welt ist nicht ohne gute Menschen. Wir danken all unseren Partnern und Freunden für ihre Unterstützung und Solidarität. Diese Solidarität ist auch eine Hilfe zur Selbsthilfe. Wir haben viel dazugelernt, und vielleicht finden wir Kraft und Mittel, bei uns vor Ort für bedürftige Klienten unserer Zielgruppe in naher Zukunft nach dem Dresdner Vorbild ein ambulantes Hospiz einzurichten.
Nochmals vielen Dank für den warmherzigen Empfang. Allen Bürgern der Stadt Heidenau mit ihrem sympathischen Bürgermeister, Herrn Jacobs, Gesundheit, Freude, Erfolge und ein gutes Gedeihen ihrer schönen Stadt.

Vera Tomilowa
Jekaterinburg