Impressum Zur Übersicht EINZELBERICHTE         Zur Homepage der Gesellschaft ... 25.05.2009







Brief aus Jekaterinburg


Im April 2008 war Frau Danders bei einem Arbeitsaufenthalt in Jekaterinburg mit Frau Margareta S. und ihren Patienten zusammengetroffen. Mit unseren russischen Partnern hält auch die Projektleiterin, Frau Nadja Seel, Kontakte. Als eine Antwort auf diese Verbindungen zwischen Jekaterinburg und unserem Verein kam kürzlich ein Brief, den wir unseren Mitgliedern nicht vorenthalten wollen.


Sehr geehrte Frau Hannelore, sehr geehrte Frau Nadeshda!

Ich nutze die Gelegenheit, Ihnen allen herzlichen Dank dafür zu sagen, dass Sie sich mit dem Pflegeprojekt sehr ernsten Themen zugewandt haben, unter anderem der Sorge für Kinder, deren Väter im Großen Vaterländischen Krieg gefallen sind.

Bis zur Teilnahme an Ihrem Projekt habe ich als Kriegskind diesbezüglich kaum Beachtung erfahren. Mein Vater war im Dezember 1941 an der Front ums Leben gekommen, und meine Mutter musste uns drei Kinder allein durchbringen. Wir kannten viele Jahre nur Hunger und Kälte. Eine Kindheit hatten wir nicht, schon früh waren wir gezwungen, ganz wie Erwachsene alles auf uns zu nehmen.

Jetzt fühle ich erstmals diese Anerkennung und Zuwendung, ja auch materielle Unterstützung genauso wie andere, die in das Projekt integriert sind.

Ich erweise ja nun auch selbst im Rahmen des Projekts alleinstehenden bzw. kranken Menschen Hilfe. Ich bemühe mich, meine Sache gut zu machen, dass sie die Hoffnung auf den nächsten Tag nicht verlieren. Ich mache sie mit allen Diensten bekannt, die sie durch den Fonds [Zukunft] und durch die gemeinnützige deutsche Gesellschaft erhalten können. Ich habe Patienten, die sehr krank sind und nur kleinste Renten haben. Sie können sich keine Kleidung und Schuhwerk kaufen. Oft reicht das Geld nicht einmal für die notwendigsten Lebensmittel. Wenn ich mit Eurer Hilfe ihr Leben ein wenig besser und schöner mache, dann fühle ich mich stärker, und ich weiß, dass ich gebraucht werde. Das ist ein gutes Gefühl! Auch die mir anvertrauten Menschen sind darüber sehr froh.

Ich danke Ihnen, Hannelore und Nadja, dafür, dass Sie mein Selbstvertrauen gestärkt und mich dazu gebracht haben, dass ich, wenn nötig, auch schnelle Entscheidungen treffen kann. Es ist Ihnen gelungen, in mir Kräfte zu wecken, die mit dem Alter schon versiegt schienen. Es ist wie ein Wunder, wie ein märchenhafter Traum. Und doch ist es Wirklichkeit.

Ich bin wieder voller Mut und kann wieder tätig sein. Ich bemühe mich, alles für unsere Patienten zu tun, was nötig ist. Ihr Besorgtsein und Ihre Hilfe für unsere Alten sind mir dabei eine große Stütze, wie auch unsere neue, kompetente Projektleiterin, Vera Wassiljewna Tomilowa, für mich Ansporn ist.

Mit aufrichtiger Dankbarkeit und den besten Wünschen auch für die ehrenamtlichen Helfer der humanitären deutschen Gesellschaft

Ihre Margarita Serebrjakowa