Impressum Zur Homepage der Gesellschaft zur Hilfe für Kriegsveteranen in Russland 10.09.2005




Veranstaltungen der Gesellschaft mit Partnern in Russland zum 60. Jahrestag des Sieges

(Bericht, Februar/Mai 2005)

Auf Einladung unseres Vereins besuchte im März 2005 eine Gruppe von russischen Kriegsveteranen und Fa­schis­mus­op­fern Dresden. Die Gäste haben sich mit deutschen Kriegs­teilnehmern, Antifaschisten, Vertretern der Jugend und der demokratischen Öffentlichkeit getroffen, Gespräche und Er­fah­rungs­austausch geführt, Gedenkstätten des Naziterrors und des antifaschistischen Widerstandes besucht, sich mit dem System der humanitären Hilfe in Dresden vertraut ge­macht und mit Mitgliedern unseres Vereins getroffen.

Über Eindrücke und Gedanken der Gäste wurde später in einem Beitrag für die russische Regionalzeitung "Der Ural-Deutsche" geschrieben, aus dem wir im weiteren aus­zugs­wei­se zitieren.
Unter der Überschrift "Brücke der Freundschaft: Tschel­ja­binsk - Dresden" berichtet Alexander Nachtigall u. a.:




МОСТ ДРУЖБЫ:   Челябинск - Дрезден

"... Zum 60. Jahrestag des Beginns des Großen Va­ter­ländischen Krie­ges kam eine Delegation der Gesellschaft zur Hilfe für Kriegs­veteranen in Russland aus Dresden nach Tscheljabinsk (...). Diese kleine, aber sehr aktive Organisation hatte zu dieser Zeit bereits seit 10 Jahren humanitäre Güter in Einrichtungen der Gebiete Swerd­lowsk und Tscheljabinsk geschickt. Insgesamt kamen 55 Eisen­bahn­kontainer und 30 LKW-Fuhren im Gesamtwert von 7 Mill. Euro. ... "

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"... Im März dieses Jahres weilten die Teilnehmer des Groß­en Vater­ländischen Krieges Leonid U. Tschernyschew und Michail S. Gawrilenko ... sowie der Leiter des Deutschen Gebiets-Kultur­zen­trums und Autor dieser Zeilen als De­le­gation in Dresden. Wir konn­ten uns mit der vielseitigen Tätigkeit der Gesellschaft, mit ihren Ak­ti­visten, Partnern und Freunden bekannt machen. ... Wir besuchten den Gedenkkomplex 'Waldfriedhof', wo Antifaschisten beigesetzt sind und Dresdner, die bei der amerikanischen und englischen Bom­bar­dierung 1945 starben.




Bild 1: Am Gedenkkomplex 'Waldfriedhof'

60 km von Dresden entfernt liegt Zeithain. Dort ruhen 35 000 so­wje­tische, polnische und italienische Kriegsgefangene. Hier pflanzten die Veteranen beider Länder ein Apfelbäumchen. Bei den Grab­stät­ten wurde ein Gedächtniskompex errichtet. Zu ihm gehören Bara­cken (in ähnlichen waren früher die Kriegsgefangenen), persönliche Gegenstände sowie Fotos. Die Mitarbeiter des Memorials befassen sich auch jetzt noch mit der Suche der Familien unserer Soldaten, die in Zeithain beerdigt wurden. ... "




Bild 2: M. Gawrilenko auf dem Friedhof bei Zeithain

"Nicht nur große Begräbniskomplexe sowjetischer Soldaten be­fin­den sich in idealer Ordnung. Nahe bei Dresden liegt das kleine Städtchen Heidenau. Wir waren auf seinem Stadtfriedhof, auf dem sich individuelle Gräber befinden. Auch hier werden sie sorgsam gepflegt. (Bild 3) ... Heidenaus Bürgermeister, Michael Jakobs, ein Christ­demokrat, arbeitet aktiv mit der Partei des demokratischen So­zia­lis­mus' zusammen ..., und er unterstützt die Tätigkeit der Gesellschaft zur Hilfe für Kriegsveteranen in Russland."

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Bild 3: Grabstätte auf dem Friedhof in Heidenau


"Mit dem Bürgermeister und den Lei­tern seiner Departements hatten wir ein Treffen, bei dem wir Meinungen über die Wege unserer Zusammen­ar­beit unserer Länder und zur über­win­dung von Misstrauen austauschten.


Der Kampf gegen den Rechts­ex­tre­mis­mus bleibt für Deutschland ein aktuelles Problem. Dies fühlten wir bei einem Treffen mit Antifaschisten in der Dresdner Technischen Uni­ver­si­tät.
In den Jahren des Faschismus befand sich hier ein Turm, hinter dessen verschlossenen Toren eine Guillotine aufgebaut war. Mit ihr wurden über 2000 Kriegsgefangene hingerichtet. Heute erinnern ein Denkstein und eine Gefängniszelle ... an diese schreck­li­chen Jahre." (Bild 4)




Bild 4: Die Veteranengruppen am Mahnmal in der Dresdner Tech­nischen Universität

Die Treffen in Deutschland ermöglichten uns zu verstehen, dass das Bestreben, mit den Völkern Russlands in Freundschaft zu leben, ein aufrichtiger Wunsch des deutschen Volkes ist. Und für den Frieden muss man gemeinsam kämpfen. Dies wurde durch den Gegenbesuch einer Delegation aus Dresden im April dieses Jahres bestätigt. Wir führten eine gemeinsame, dem 60. Jahrestag des Sieges gewidmete Konferenz durch, nahmen einen Appell an die Völker und Re­gie­run­gen Europas an. Die russischen und die deutschen Veteranen waren einer Meinung - wir müssen im Frieden leben, ohne Kriege und Waffen.





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